Botulinumtoxintherapie

Botulinumtoxin ist ein „Nervengift“ (Neurotoxin), welches vom Bakterium Clostridium botulinum gebildet wird und natürlicherweise beispielsweise im Erdboden vorkommt. Es leitet sich aus dem lateinischen „botulus“ ab, da es als sogenanntes Wurstgift früher mehrfach in Wurstkonserven gefunden wurde. Botulinumtoxine hemmen die Erregungsübertragung von der Nervenzelle auf den Muskel oder auf die Drüsen durch Blockade des dafür notwendigen Botenstoffes.

Dadurch kommt es zur zeitlich begrenzten Abschwächung der Muskelkraft für einen Zeitraum von etwa drei Monaten. Innerhalb dieses Zeitraums wird Botulinumtoxin wieder abgebaut, die Wirkung läßt nach und erlischt schließlich, sodass bleibende Nebenwirkungen nicht möglich sind. Zum Erhalt des Therapieerfolges muss in der Regel nach 12-16 Wochen nachbehandelt werden.

In der Medizin macht man sich dies zunutze bei Erkrankungen, welche mit einer krankhaften Überaktivität bestimmter Muskeln einhergehen wie beispielsweise der Spastik nach einem Schlaganfall, ungewollte Bewegungsstörungen der Augen (Blepharospasmus/Augenlidkrampf), einer Gesichtshälfte (Hemispasmus facialis), der Halsmuskulatur (Torticollis spasmodicus/Schiefhals), aber auch bei vermehrtem Schwitzen unter den Achseln, der Handinnenflächen oder Fußsohlen (Hyperhidrosis) und verstärktem Speichelfluß und Schluckstörungen bei bestimmten neurologischen Erkrankungen wie ALS oder Morbus Parkinson (Hypersalivation). Zudem ist es eine hilfreiche Therapie bei ansonsten unzureichend beeinflußbarer chronischer Migräne.

In unserer Praxis werden folgende Erkrankungen mit Botulinumtoxin behandelt:

  • Spastik
  • Dystonien wie Torticollis spasmodicus (cervikale Dystonie), Blepharospasmus, Schreibkrampf, oromandibuläre Dystonien wie das Meige-Syndrom
  • Spasmus hemifacialis
  • Infantile Cerebralparese (angeborene spastische Bewegungsstörung )
  • Hyperhidrosis (krankhaft verstärktes Schwitzen)
  • Sialorrhoe (verstärkter Speichelfluß)
  • Chronische Migräne